Familiengenossenschaften als Zukunftsmodell?

Im Familien- und Sozialbereich sind Genossenschaften in Österreich noch nicht wirklich etabliert.
Aber veränderte Modelle von Familie und Beruf und der demografische Wandel suchen dringend nach innovativen Antworten auf gute Betreuung – sowohl der Kinder und Jugendlichen als auch der älteren, oft alleine lebenden und speziell der pflegebedürftigen Menschen.

Ein Blick zu den Nachbarn in Deutschland und Südtirol lohnt sich:

Eine innovative Antwort darauf ist das Modell der Familiengenossenschaft. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausgestaltungsformen und mit konkret bezeichnenden Namen ihrer Tätigkeit (Kinderbetreuungsgenossenschaft, Pflege- oder Seniorengenossenschaft …). Der Begriff Familiengenossenschaft bezeichnet dabei das Ziel, den jeweiligen Familienverband zu unterstützen und zu stärken.

Eine der bewährtesten Formen sind Kinderbetreuungseinrichtungen für KMU, für die ein eigener Betriebskindergarten weder leistbar noch pädagogisch sinnvoll ist. Die Kooperation von lokalen Unternehmen im Genossenschaftsmodell schafft hier Abhilfe und gibt auch kleinen Firmen durch diese Sozialleistung die Möglichkeit, hoch attraktive Arbeitsplätze anzubieten.

Quelle: www.integrative-wohnformen.de

Auch in den Bereichen der Betreuung und Pflege, der Nahversorgung und des altersgerechten Wohnens erleben wir eine immer schneller werdende dynamische Entwicklung, die mit öffentlichen Vorkehrungen nicht das Auslangen finden wird. In Zeiten knapper öffentlicher Haushaltskassen wird das genossenschaftliche Prinzip der Selbsthilfe und Eigeninitiative auch bei uns bald gefragt sein.

In Deutschland entwickeln sich auch Wohnbaugenossenschaften in Richtung Sozial- und Familiengenossenschaften. Das Produkt „Vermietung“ ist nicht mehr ausreichend. Gefragt ist integratives Generationenwohnen von der Jungfamilienwohnung bis zum betreubaren Wohnen.

In Südtirol übernehmen Sozialgenossenschaften überwiegend jene Bereiche, welche staatlich nicht vorgehalten werden. Ein hervorragendes Beispiel für Jugendarbeit ist die Sozialgenossenschaft EOS.

Etliche bereits erprobte Beispiele zeigen es: Genossenschaften können bei der Bewältigung der neuen gesellschaftlichen Herausforderungen eine wesentliche Rolle spielen, praktikable Lösungen bieten und gleichzeitig gemeinsinnstiftend wirken.

Wäre das nicht auch bei uns ein verfolgenswerter Ansatz?

Kennen Sie mögliche Anwendungsbereiche oder eine konkrete Bedarfslage?

Wir freuen uns auf Kommentare, Hinweise und Anregungen!

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