Bürgergenossenschaften – eine Chance für den ländlichen Raum?

Wenn die Nahversorgung im Dorf schwindet, das letzte Gasthaus schließt, der öffentliche Verkehr aus finanziellen Gründen nicht mehr aufrechterhalten werden kann, wenn Arbeitsplätze verloren gehen und sich die öffentliche Hand mehr und mehr zurückzieht, dann ist es Zeit für Eigeninitiative. Doch jede noch so wichtige und wünschenswerte Initiative benötigt eine rechtliche Basis, denn Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Tätigkeiten können sehr rasch in eine rechtliche Grauzone geraten.
Hier bietet sich die Genossenschaft als Unternehmensform an. Durch die einfachen, maßgeschneiderten Regelungen, die demokratische Organisation und das Förderprinzip wird die Genossenschaft zum „Maßanzug“ für Bürgerengagement. Im Zentrum steht jeweils die lokale oder kleinregionale Daseinsvorsorge. Dass man darüber hinaus auch wirtschaftlich höchst erfolgreich sein kann, beweisen zum Beispiel das Bartle, ein Dorfgasthaus im Bregenzerwald, oder – in größerem Stil – die Bürgergenossenschaft Obervinschgau, deren Hauptanliegen es ist, die Region nachhaltig zu entwickeln.
Aber selbst örtliche Kulturinitiativen, Dorfschwimmbäder, kleine Skilifte und Dorfläden können so erhalten werden. Manche einstige kommunale Hallenbäder wurden durch Bürgergenossenschaften sogar zu inzwischen profitablen Betrieben, wie Beispiele aus der Schweiz und aus Deutschland zeigen.
Aber was braucht es dazu?
Zuerst eine Kultur des „Zulassens“ seitens der öffentlichen Hand, dann Mut und Engagement sowie – als wichtigstes Gut – eine Kooperationsphilosophie unter den Genossenschaftsmitgliedern.

 

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